Vor- und Nachteile der Baufinanzierung mit einem Bausparvertrag

AKTUALISIERT: 30.01.2014, VERÖFFENTLICHT: 30.01.2014 IN Baufinanzierung
 

chte, verfügt oft noch nicht über die notwendigen Mittel zur Baufinanzierung. Mit einem Bausparvertrag kann eine Immobilie vorfinanziert werden. Doch ob sich ein Bausparvertrag wirklich lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab, wie Finanz-Experte.org im Folgenden zeigt.

Die wenigsten Bauherren und Käufer können ein Haus allein aus eigenen Mitteln finanzieren.
Wer auf eine Immobilie oder für die Modernisierung einer Immobilie sparen möchte, kann beispielsweise einen Bausparvertrag abschließen. Ob sich die Baufinanzierung mit einem Bausparvertrag am Ende jedoch wirklich günstiger gestaltet als mit Festgeld-, Sparbrief- oder Kreditanlagen, hängt maßgeblich von den Konditionen des Bausparvertrages ab. Unter anderem identifizieren Kreditinstitute der ausgebenden Bausparverträge berufliche Risikogruppen und veranschlagen danach mehr oder weniger Mehrkosten. Der Vertragsabschluss zur Baufinanzierung für ist Selbstständige und Freiberufler wesentlich einfacher zu erreichen, als beispielsweise für Handwerker oder Unternehmer in den Bereichen Gastronomie.

Wie die Baufinanzierung mit einem Bausparvertrag funktioniert

Bei einem Bausparvertrag handelt es sich um einen Sparvertrag, in dem ein Guthaben bis zu einer vorab bestimmten Bausparsumme und bis zu einem festgelegten Zuteilungstermin angespart wird. Nach dem Erreichen der Mindestbausparsumme und des Termins können Sparer den fehlenden Betrag der Bausparsumme als Baudarlehen von ihrer Bausparkasse oder Bank erhalten. Die ersparten Beträge werden während der Ansparphase zum vertraglich vereinbarten Satz verzinst, der bis zur Zuteilung des Guthabens garantiert ist. Dabei profitieren Sparer im Idealfall von den günstigen Baufinanzierungskonditionen, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gelten, sodass sie bei Inanspruchnahme des Darlehens keine eventuell höheren Zinsen fürchten müssen. Die Tilgung des Bauspardarlehens erfolgt dann nach den gleichen Grundsätzen wie die Einzahlung mit konstanten monatlichen Rückzahlungsbeträgen.

Bei der Baufinanzierung mit einem Bausparvertrag sollten Kunden unbedingt auf die Höhe des Guthabenzinses achten. Denn wenn dieser zu niedrig ist, kann damit kaum Kapital aufgebaut werden. Durch die geringe Guthabenverzinsung kann es dazu kommen, dass die Konto- oder Zustellungsgebühren höher liegen als die eigentliche Verzinsung, wodurch die eigentlichen Spareinlagen effektiv schrumpfen. In solchen Fällen sind Festgeld- oder Sparbriefanlagen mit höheren Verzinsungen die bessere Wahl.
Bausparer sollten zudem in der Darlehensphase auf eine niedrige Darlehensverzinsung und den vereinbarten Tilgungszeitraum des Darlehensanteils achten. So gibt es Verträge mit sehr hohen Sondertilgungen oder auch mit kurzen Abzahlungszeiträumen. Je nach Größe des Bauspardarlehens kann die finanzielle Belastung eine hohe Darlehensverzinsung mit einem kurzen Tilgungszeitraum sehr hoch sein.

Vorteile der Baufinanzierung mit einem Bausparvertrag

Wer einen Bausparvertrag zur Baufinanzierung abschließt, bekommt bereits bei Vertragsabschluss einen festen Zins für das angesparte Guthaben beziehungsweise eine feste Verzinsung für das zukünftige Darlehen garantiert. Der Vorteil des Bausparens liegt demnach in der Planungssicherheit über die Zinssätze: Diese liegen zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oftmals unter den Zinssätzen auf dem freien Markt.

Der Verzicht auf eine hohe Guthabensverzinsung zugunsten einer niedrigeren Darlehensverzinsung kann sich auch bei der Steuer vorteilhaft auswirken, wenn beispielsweise bereits so viel Guthaben angespart wurde, dass die Zinsen über dem jährlichen Sparerfreibetrag liegen.

Außerdem besteht beim Abschluss eines Bausparvertrages die Möglichkeit der Inanspruchnahme einer staatlichen Förderung: Beispielsweise können Arbeitnehmersparzulagen in Form von vermögenswirksamen Leistungen oder als Wohnungsbauprämie in den Bausparvertrag mit einfließen. Wessen Jahreseinkommen unter der Grenze von bis zu 25.600 Euro (51.200 Euro für Verheiratete) liegt, kann staatliche eine Wohnungsbauprämie erhalten. Bei der Arbeitnehmersparzulage darf das zu versteuernde Jahreseinkommen 17.900 Euro (35.800 Euro für Verheiratete) nicht überschreiten.

Das Guthaben aus dem Bausparvertrag darf zudem nicht nur zum Hausbau oder Wohnungskauf gebraucht werden, sondern auch zur Modernisierung beziehungsweise Renovierung der Immobilie.

Nachteile einer Baufinanzierung mit einem Bausparvertrag

Die meisten Bauspartarife verlangen, dass Anleger 40 bis 50 Prozent der Gesamtbausparsumme ansparen, bevor das Darlehen überhaupt zuteilungsreif werden kann. Üblicherweise liegt die Eigenkapitalquote in Deutschland sonst bei etwa 20 Prozent des Gesamtbetrages. Bei einem Bausparvertrag müssen Sparer also deutlich mehr Eigenkapital aufbringen, um an ein Darlehen zu kommen. Dies sollten Bausparer bei ihrer Baufinanzierung mit einem Bausparvertrag bedenken.

Eine an die Lebensversicherung gekoppelte Baufinanzierung ist ebenfalls nicht zu empfehlen, weil die Tilgung am Ende der Laufzeit auf einen Schlag über eine während der Darlehenslaufzeit angesparte Kapital-Lebensversicherung läuft. Dies bedeutet gleichermaßen hohe finanzielle Belastungen während der Ansparphase.

Die Rückzahlung von Bauspardarlehen erfolgt häufig zu deutlich höheren Tilgungssätzen als bei anderen Baudarlehen. Schließen Sparer einen herkömmlichen Immobilienkredit ab, so zahlen sie im Jahr üblicherweise 1 Prozent Tilgung der Kreditsumme. Bei einem Bausparvertrag liegt die jährlich zu leistende Tilgungsleistung jedoch in der Regel zwischen 5 und 8 Prozent. Dadurch müssen Bausparer auch während der Tilgungsphase hohe monatliche Zahlungen begleichen.

Wer jahrelang Geld in einen Bausparvertrag einzahlt, hofft, später ein günstiges Darlehen zu erhalten. Fallen jedoch nach Vertragsabschluss die Zinssätze für Baugelder, so haben Sparer unter Umständen jahrelang vergeblich für ein vermeintlich günstigeres Bauspardarlehen gespart. Zum Fälligkeitszeitpunkt kann so aus einem günstigen Darlehen ein teures werden. Bei einigen Bausparkassen und Banken ist es jedoch möglich, den Tarif zu wechseln, um in der Darlehensphase in den Genuss attraktiverer Darlehenszinsen zu kommen.

Fazit

Eine Baufinanzierung mit einem Bausparvertrag lohnt sich vor allem dann, wenn Bauherren und Käufer über viele Jahre hinweg regelmäßige Beträge aufwenden können. Mit einem Bausparvertrag sichern sie vertraglich garantierte Zinsen auf das angesparte Guthaben und Verzinsungen für das Darlehen. Damit sind sie unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt die Beträge aus dem Bausparvertrag entnommen werden. Der Bausparvertrag wirkt gewissermaßen als Zinsversicherung.

Über den Autor
DigitaleSeiten Team
DS Digitale Seiten und die dazugehörigen Branchenverzeichnisse sind Marken der Marktplatz Mittelstand GmbH & Co. KG.