Mini- und Midi-Jobber 2013: Höhere Verdienstgrenzen und Pflicht zu Rentenversicherung

Ab 2013 dürfen Mini-Jobber bis zu 450 Euro steuerfrei verdienen. Die Verdienstgrenze für gering besteuerte Midi-Jobs steigt auf 850 Euro monatlich. Was das für die Rente bedeutet und wie Sie sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen können, hier auf Finanz-Experte.org.

Geringverdiener sollten sich zum Thema Rente ausführlich informieren.
In Sachen Rentenversicherungspflicht hat sich für Geringverdiener viel getan. Informieren Sie sich daher gründlch! © Rainer Sturm / pixelio.de

Ob Taxifahrer, Kellner, Friseur oder Mini-Jobber, immer noch verdienen viele Menschen in Deutschland weniger als 10 Euro pro Stunden und zählen damit als Niedriglohnempfänger. Laut dem Statistischen Bundesamt ist jeder fünfte Deutsche Geringverdiener. Um Altersarmut entgegenzuwirken, wird zum Januar 2013 die steuerfreie Mini-Job Grenze auf 450 Euro erhöht. Auch die Grenze für sogenannte Midi-Jobs, also Einkommen zwischen bisher 400,01 bis 800 Euro, bei denen der Arbeitgeber einen reduzierten Sozialversicherungsbeitrag zahlt, wird um 50 Euro angehoben. Das hat beispielsweise zur Folge, dass es sich nun eher lohnt, eingenommenes Trinkgeld beim Chef abzugeben und dafür ein höheres Gehalt zu verhandeln. Sofern Sie dann unter 450 bzw. 850 Euro liegen, bekommen Sie eine höhere Rente ohne das sich andere Steuern erhöhen. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Rentenversicherungspflicht und -beiträge

Mit der Anhebung verbunden ist die Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung. Alle Personen, die ab 2013 einen Mini-Job beginnen oder deren Gehalt zum Januar auf 450 Euro angehoben wird, zahlen einen Arbeitnehmerbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung. Dadurch liegt der Rentenanspruch zwar voraussichtlich nur 4,45 Euro über der Grundsicherung, dafür profitieren Sie vom vollen Leistungsumfang der Rentenkasse. Dazu gehören Ansprüche auf Erwerbsminderungsrente, Rehabilitationsmaßnahmen, betriebliche Altersvorsorge und Riesterförderung.

Midi-Jobber sind schon jetzt rentenversicherungspflichtig. Ihre Sozialversicherungsabgabe beträgt ab 2013 jedoch erst ab 450,01 Euro gut 10 Prozent des Arbeitsentgeltes. Und erst ab 850 Euro werden die vollen Rentenbeiträge fällig. So profitieren Geringverdiener, denn der Arbeitgeber zahlt weiterhin den vollen Anteil innerhalb dieser Gleitzone und der allgemeine Rentenbeitrag sinkt von 19,6 auf 18,9 Prozent.

Für vollwertige Pflichtbeitragszeiten müssen Mini-Jobber im gewerblichen Bereich maximal 17,55 Euro pro Monat bezahlen. Das sind die 3,9 Prozent, die zum Arbeitgeberanteil von 15 Prozent bzw. 67,50 Euro dazukommen. Nach Abzug des Rentenversicherungsbeitrags erhalten Arbeitnehmer mit 450 Euro brutto also 432,55 Euro netto.

Befreiung von der Rentenversicherungspflicht

Von den Vorteilen einer vollwertigen Rentenversicherung profitieren jedoch Mini-Jobber in privaten Haushalten kaum. Bei diesen geringfügigen Beschäftigungen muss der Arbeitgeber nur einen Rentenbeitrag von fünf Prozent bezahlen. Wer keine 13,9 Prozent Arbeitnehmeranteil zahlen möchte, kann sich relativ einfach von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Dazu muss ein schriftlicher Antrag beim Arbeitgeber gestellt werden. Hier finden Sie weiterführende Informationenden zur Befreiung sowie zu Vor- und Nachteilen einer Rentenversicherung für Geringverdiener. Der Arbeitgeber muss diese Erklärung der Mini-Job Zentrale zusammen mit der ersten Entgeltabrechnung melden.