Riester Rente Mindestbeitrag für alle: Lohnt sich die Riester-Rente?

AKTUALISIERT: 10.02.2016, VERÖFFENTLICHT: 03.06.2015 IN Altersvorsorge, Geldanlagen
 

Schon mit dem Mindestbeitrag der Riester Rente lassen sich bei geeigneten Umständen hohe Rendite erzielen. Die Angst vor Altersarmut ist bei vielen deutschen Bürgern allgegenwärtig. Daher entscheiden sich viele, ihre Rente privat zu finanzieren – etwa mit Beiträgen in die Riester Rente. Aber lohnt sich die Riester Rente wirklich? Und für wen zahlt sie sich besonders aus?

Es gibt eine Vielzahl an Riester-Modellen. Zum einen die bekannte Rentenversicherung, zum anderen aber auch Fondssparpläne, Banksparpläne und Bausparverträge. Allein die Riester Rente nimmt dabei circa 50% aller abgeschlossenen Riester Verträge ein. Obwohl seit 2012 jeder, der den Mindestbeitrag in die private Rentenversicherung einzahlt, die vollen staatlichen Förderungen erhält, sind sich viele Anleger nicht darüber im Klaren, inwiefern sich diese Art der Rentenvorsorge lohnt.

Wer hat Anspruch auf die volle staatliche Förderung durch den Mindestbeitrag der Riester Rente?

Einen Anspruch auf die Riester-Förderung haben verschiedenste Personengruppen. Dazu zählen unter anderem rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, Landwirte oder Selbstständige, Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II, Krankengeld oder Vorruhestandsgeld, Pflegepersonen ohne erwerbsmäßige Tätigkeit, Beamte, Soldaten und Richter, erwerbsgeminderte oder dienstunfähige Personen und Menschen in Kindererziehungszeit und geringfügig Beschäftigte, deren Rentenversicherungsbeitrag voll aufgestockt wird. Um die maximale Riester-Förderung durch Zulagen zu erhalten, müssen diese jedoch den Mindestbeitrag für die Riester Rente aufbringen.

Für wen lohnt sich die Riester Rente und deren Mindestbeitrag besonders?

Die Riester Rente begünstigt besonders Familien mit vielen Kindern, einem geringen Einkommen oder junge Menschen, die schon früh ins Berufsleben einsteigen – sie erhalten beispielsweise eine einmalige Zulage von 200€. Außerdem können die Altersvorsorgebeiträge, sofern diese hoch genug sind, steuerlich abgesetzt werden. Beiträge in die Riester Rente können zu 100% bei der Einkommenssteuererklärung als

Sonderausgaben geltend gemacht werden. Auch bei einer hohen Lebenserwartung lohnt es sich, über diese private Rentenversicherung nachzudenken: Wer die durchschnittliche Lebenserwartung übertrifft, kann höhere Aus- als Einzahlungen erhalten.

Wie hoch ist der Mindesteigenbeitrag?

Um die volle Zulagenförderung wie beispielsweise die Grundzulage in Höhe von 154€ oder die Zulagen für Kinder zu erhalten, müssen Sie als unmittelbar Zulageberechtigter einen Mindestbeitrag in Ihre Altersversorgung einzahlen. Dieser Mindestbeitrag der Riester Rente beträgt 4% des Bruttoeinkommens des Vorjahres und ist gesetzlich festgelegt. Ist dieser prozentuale berechnete Mindesteigenbeitrag geringer als der Sockelbetrag – also der für alle gleiche Grundbetrag – müssen Sie in die Riester Rente als Mindestbeitrag den Sockelbetrag in Höhe von 60€ einzahlen. Diesen Riester Mindestbeitrag zahlt beispielsweise der Ehepartner des Gatten, der bereits vertraglich altersversorgt ist, um ebenfalls zulageberechtigt zu sein. Sollten Sie weniger als den Mindestbeitrag in die Riester Rente einzahlen, erhalten Sie auch nur teilweise die entsprechende Zulage. Der höchste einzahlbare Betrag beläuft sich auf 2.100€ jährlich. Um Ihren individuellen Mindestbeitrag zu berechnen, müssen Sie also lediglich 4% Ihres Bruttoeinkommens aus dem Vorjahr berechnen und davon die Ihnen zustehenden Zulagen abziehen. Wenn eine Person also beispielsweise ein jährliches Bruttoeinkommen von 24.000€ und ein Kind, das 2005 geboren ist, hat, müssen 4% von diesem Einkommen berechnet werden – das Ergebnis, 960€, ist der Mindestbeitrag ohne Zulagen. Die Grundzulage von 154€ sowie die Zulage für das vor 2008 geborene Kind mit 185€, die abgezogen werden, ergeben einen jährlichen Mindestbeitrag von 621€ oder einen monatlichen Mindestbeitrag in die Riesterrente von 51,75€.

Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Die Riester Rente birgt sowohl Vor- als auch Nachteile. So werden beispielsweise Auszahlungen ausschließlich an Menschen mit Wohnsitz innerhalb der EU getätigt. Außerdem ist die Höhe des Jahresbeitrages begrenzt: Jährlich können maximal lediglich 2.100€ eingezahlt werden. Auch sind fundierte Vorkenntnisse nötig, um sich ein differenziertes Bild der verschiedenen Angebote machen zu können und das auszuwählen, das an die individuellen Bedürfnisse optimal angepasst und damit lohnenswert ist.

Dem gegenüber stehen die zahlreichen Vorteile, die eine Riester Rentenversicherung mit sich bringt: so profitieren vor allem Familien mit Kindern von den Zulagen. Diese betragen für vor 2008 geborene Kinder 185€, für nach 2008 geborene Kinder sogar 300€. Außerdem ist diese Vorsorge vor Zugriffen Dritter geschützt – das heißt, sie bleibt bei Privatinsolvenz oder Hartz IV unangetastet. Darüber hinaus ist der einzuzahlende Mindestbeitrag eine sichere Anlage – der angesparte Betrag wird auf jeden Fall ohne Verluste wieder ausgezahlt.

Fazit

Grundsätzlich gilt: Es ist wichtig, sich im Voraus zu informieren, um ein geeignetes Modell zu finden oder sich gegebenenfalls für eine andere Rentenversicherung zu entscheiden, bei der Sie eine möglichst hohe Rendite erhalten. Um sich einen ersten Überblick über Ihre Möglichkeiten zu verschaffen, können Sie online auf einen Rechner zurückgreifen, der Ihnen bei der Berechnung der Zulagen und Beiträge behilflich ist, oder Ihren Finanzberater zurate ziehen. So finden Sie garantiert die beste Rentenvorsorge für Ihre Bedürfnisse.

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